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19.02.2024 | Competence

ICF-Anforderungen für zertifizierte Coaches: Wie können Sie sie erfüllen?

ICF Requirements For Certified Coaches

Eine Zertifizierung der International Coaching Federation (ICF) ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für einen Coach. Darum lohnt es sich herauszufinden, auf welchen Wegen man eine solche Zertifizierung erreichen kann und welche Voraussetzungen dafür nötig sind, z.B. in Form von absolvierten Coach-Trainingseinheiten. In diesem Artikel erfährst Du, welche Anforderungen ICF an zertifizierte Coaches stellt, wie man diese erfüllen kann und was der Unterschied zwischen ACC-, PCC- und MCC-Zertifizierung ist.

Was ist eine ICF-Zertifizierung?

Eine ICF-Zertifizierung ist der Nachweis,

  • dass du die Coachingfähigkeiten erworben hast, die der der Coachingdefinition und den Anforderungen von ICF entsprechen,
  • dass du bereit bist, dich als professioneller Coach stetig weiterzuentwickeln und
  • dass du dich verpflichtet hast, die ethischen Standards von ICF zu befolgen.

Der Nachweis eines Coaching-Zertifikats wird heutzutage immer wichtiger. Laut der Global Consumer Awareness Study von 2022 erwarten 85% der Coaching-Klienten von ihren Coaches, dass sie über eine renommierte Zertifizierung verfügen. Daher ist eine ICF-Zertifizierung ein hervorragender Weg, um als Coach im Markt Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit zu erzielen.

ICF bietet Coaches die Möglichkeit, in Abhängigkeit vom Umfang ihrer Ausbildung und Coachingerfahrung drei verschiedene Zertifizierungen anzustreben:

  • Associate Certified Coach (ACC): für Coaches, die bereits eine ICF-akkreditierte Coachingausbildung abgeschlossen und danach erste Coachingerfahrungen mit eigenen Klienten gesammelt haben.
  • Professional Certified Coach (PCC): für erfahrene Coaches, die schon über einige Jahre Berufserfahrung als professionelle Coaches verfügen und sich umfassend nach ICF-Kriterien aus- und weitergebildet haben.
  • Master Certified Coach (MCC): für langjährige Coaches, die zumindest schon eine Zeit lang als PCCs zertifiziert waren und sich nachhaltig und vertieft nach ICF-Kriterien weitergebildet haben, um dem Anspruch gerecht zu werden, als Meister ihres Faches angesehen zu werden.

Im nachfolgenden Text werden wir die insbesondere die beiden ersten Zertifizierungsebenen (ACC und PCC) näher betrachten, die du bereits zu Beginn deiner Coachingkarriere bzw. nach einigen Jahren Coaching-Erfahrung anstreben kannst und einen kleinen Ausblick auf die MCC-Ebene. Weitere Einzelheiten über die ICF-Zertifizierungsebenen findest Du auf der ICF-Webseite.

Anforderungen der ICF-Zertifizierungen

Die ICF hat Anforderungen an den Erwerb einer Zertifizierung in fünf verschiedenen Bereichen gesetzt:

  • Coachingausbildung
  • Coachingerfahrung
  • Mentor Coaching
  • Leistungsbewertung und
  • Abschlussprüfung

Für alle drei Zertifizierungsebenen (ACC, PCC, MCC) müssen Anforderungen in diesen Bereichen erfüllt werden, wobei sich das Niveau der Anforderungen auf den drei Ebenen unterscheidet.

1. Associate Certified Coach (ACC)

Mit dem ACC-Zertifikat kannst du bereits früh in deiner Coachingkarriere nachweisen, dass du über grundlegende Coachingkompetenzen, Sachkenntnisse und Anwendungserfahrungen verfügst. Diese Zertifizierungsebene ist dafür angelegt, dich auf dem Weg deiner Professionalisierung an die Möglichkeit heranzuführen, durch ein Coaching-Zertifikat zu demonstrieren, dass du Coachingdienstleistungen anbietest, die sich an den Kernkompetenzen sowie der Coachingdefinition des ICF orientieren und dass du die ethischen Standards von ICF befolgst.

Die Zertifizierung zum ACC kann bereits nach 60 coach-spezifischen Ausbildungsstunden und 100 Stunden Coachingerfahrung mit eigenen Klienten absolviert werden. Coachingerfahrungen dürfen angerechnet werden, wenn diese nach Beginn der ersten akkreditierten Coachingausbildungseinheit erworben wurden, also z.B. nach Abschluss von Co-Active Fundamentals oder ORSC Fundamentals. Darüber hinaus musst Du 10 Stunden Mentor Coaching erhalten und eine Leistungsbewertung von ICF („Performance Evaluation”) sowie eine Zertifizierungsprüfung (Credentialing Exam) bestanden haben.

ICF Zertifizierungspfaden

Der ACC ist auf drei verschiedenen Zertifizierungspfaden (Certification Paths) zu erreichen:

1. Level 1 / Level 2 / ACTP Path
2. ACSTH Path
3. Portfolio Path (für nicht ICF-akkreditierte Ausbildungen)

Alle drei Pfade stellen die gleichen Anforderungen (Ausbildung, Erfahrung, Mentor Coaching, Leistungsbewertung und Abschlussprüfung) und münden im identischen ACC-Zertifikat. Welchen Pfad du nehmen musst, hängt von der Art deiner coach-spezifischen Ausbildung ab, d.h. ob bzw. wie diese von ICF akkreditiert wurde.

So beinhalten Level 1/2/ACTP-Ausbildungen bereits alle Anforderungen bzgl. Ausbildung, Erfahrung und Mentor Coaching. Die Coachingausbildungen von CTI und CRR Global sind z.B. als Level-2-Programme anerkannt, d.h. nach Abschluss des kompletten CTI-Co-Active Trainings (Coach-Training plus Zertifizierung zum Certified-Professional-Co-Active-Coach/CPCC) bzw. nach Abschluss des kompletten ORSC-Programms (ORSC-Curriculum plus Zertifizierung zum ORSC-Certified-Coach/ORSCC) kannst Du den Level-2-Pfad beschreiten, hast neben den o.g. Anforderungen auch bereits die 100 Stunden Coachingerfahrung gesammelt und musst nur noch die ICF-Zertifizierungsprüfung bestehen, um den ACC zu erwerben.

Falls Du erst einen Teil eines Level 1/2/ACTP Programms absolviert hast, kannst Du den ACSTH-Pfad beschreiten, z.B. nach dem Co-Active Coaching Ausbildung (Fundamentals bis Synergy) oder nach dem ORSC Ausbildung (ORSC-Fundamentals bis Systems-Integration), und musst dann noch selbständig die Anforderungen bzgl. Erfahrung, Mentor Coaching und Leistungsbewertung erfüllen, um die ICF-Zertifizierungsprüfung antreten zu dürfen. Alle Informationen zum Erwerb des ACC-Zertifikats (einschl. Kosten) findest Du auf der ICF-Webseite.

2. Professional Certified Coach (PCC)

Als erfahrener Coach, der seine Befähigung und seinen Sachverstand als hauptberuflicher Coach nachweisen möchte, hast du die Möglichkeit, dies durch den Erwerb des PCC-Zertifikats zum Ausdruck zu bringen. So zeigst du, dass du bereits über substanzielle Praxiserfahrungen verfügst und routiniert die Kernkompetenzen des ICF anwendest. Die Beachtung der ethischen Standards und regelmäßige Weiterbildung ist für dich auf dieser Zertifizierungsebene selbstverständlich.

Um das PCC-Zertifikat zu erwerben, benötigst Du 125 Stunden coach-spezifischer Ausbildung sowie 500 Stunden Coachingerfahrung. Wie schon der ACC muss auch der PCC 10 Stunden Mentor Coaching und eine Leistungsbewertung von ICF (Performance Evaluation) absolvieren sowie eine Zertifizierungsprüfung (Credentialing Exam) ablegen.

Auch der PCC ist auf den vorgenannten drei Zertifizierungspfaden (Certification Paths) zu erreichen (Level 1/2/ACTP Path, ACSTH Path, Portfolio Path), die jeweils identische Anforderungen an den Prüfling stellen und das gleichen PCC-Zertifikat zum Ziel haben.

Deinen Pfad wählst Du auch hier je nach Art deiner coach-spezifischen Ausbildung. Wenn Du als CPCC oder ORSCC bereits eine komplette Level-2-Ausbildung absolviert hast, musst Du nachweisen, dass du nach den ursprünglichen 100 Coachingstunden noch weitere 400 Stunden (insgesamt also 500 Stunden) gecoacht hast. Als Absolvent eines Teilabschnitts dieser Programme (also nach dem Co-Active Coaching Ausbildung bzw. nach dem ORSC Ausbildung) musst du wiederum selbständig die Anforderungen bzgl. Erfahrung, Mentor Coaching und Leistungsbewertung erfüllen, um die ICF-Zertifizierungsprüfung antreten zu dürfen. Weitere Informationen zum Erwerb des PCC-Zertifikat (einschl. Kosten) findest Du auf der ICF-Webseite.

3. Master Certified Coach (MCC)

Die Zertifizierung zum MCC bietet weitfortgeschrittenen Coaches, die bereits als PCC zertifiziert sind, die Chance, sich als Experten und wahre Meister ihres Fachs zu zeigen. Das Zertifizierungsverfahren funktioniert ähnlich wie oben beschrieben, allerdings solltest Du dafür mindestens 200 Ausbildungsstunden durchlaufen haben sowie 2,500 Coachingstunden akkumulieren. Die Anforderungen sind hier höher als für Level-2-Programme, weshalb du auch als CPCC oder ORSCC noch zusätzliche Ausbildungsstunden absolvieren oder ein Level-3-Programm absolvieren musst. Für genaue Einzelheiten schau bitte auf der ICF-Webseite nach.

Re-Zertifizierungen

Um ihrem eigenen Anspruch als führender internationaler Coachingverband gerecht zu werden, erwartet ICF von zertifizierten Coaches, dass diese sich regelmäßig weiterbilden und dokumentieren, dass ihre Kenntnisse der ICF-Kernkompetenzen und der ethischen Standards noch frisch sind. Dazu musst du als ICF-zertifizierter Coach alle drei Jahre deine Zertifizierung erneuern und eine Re-Zertifizierung ablegen. Alle Informationen zu Re-Zertifizierung (einschl. Kosten) findest Du auf der ICF-Webseite.

Falls du bereits an dem Punkt in deiner Coachingkarriere angekommen bist, wo es an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu machen und die nächsthöhere Zertifizierungsebene anzustreben, kann du das jederzeit während deiner Zertifizierungsperiode und ohne vorherige Erneuerung tun.

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